Montag, 15. Oktober 2012

Debrecen Woche 2

Hier ein kurzer Überblick, was euch im heutigen (ziemlich lang gewordenen) Post erwartet:

Die Höhepunkte (die nicht schon in anderen Posts abgehandelt wurden ;-)):

  • Dancing in the harbour
  • Das Interview
  • Die Werksführung
  • Der Test
  • Die Abschiedsparty

Die Tiefpunkte

  • Der Abschied

Und los gehts! Smiley

Dancing in the harbour

Montagabend – nach dem Film, Roberts genialem DJing und der Fertigstellung des Plakats – “entschieden” wir uns, noch ins kikötő zu gehen. “Entschieden” deswegen, weil das immer in etwa so ablief:
Ich: Ich glaub ich geh heute mal früh (2:00…) ins Bett.
Mindestens einer der ungarischen Betreuer: Nein, wir gehen doch noch ins kikötő!
Ich: Doch, doch, heute wirklich.
B: Ach quatsch, du kommst mit.
Ich: Ok, überzeugt.
Smiley mit herausgestreckter Zunge
(Und so ging es ca. der Hälfte der Gruppe ^^)

Wir machten uns also auf den Weg und kamen nach ner Viertelstunde im kikötő an, das natürlich leer war Smiley mit geffnetem Mund - egal, mehr Tanzfläche für uns – also los! Ok, zumindest drei Leute tanzten, der Rest besetzte einfach mal einen ganzen Tisch. Nach fünf Minuten wendete sich dann aber das Blatt, einer nach dem anderen verabschiedete sich nachhause und innerhalb kurzer Zeit waren nur noch die drei Tanzwütigen übrig: Lydia, Robert und ich. Nach einer kurzen Überlegung, ob wir auch nachhause gehen sollten, entschieden wir uns, diese Gelegenheit einfach zu nutzen, uns beim DJ unsere eigene Musik zu wünschen und noch eine Stunde abzufeiern Smiley
Es kommt tatsächlich beim Feiern nicht auf die Anzahl der Leute an, sondern nur auf ihre Stimmung.

Everybody move...
ganz sympathisch, oder? :D

Das Interview

Die Vorgeschichte: Am Mittwoch oder Donnerstag in Woche 1 kam Kulcsi (sprich: [kultschi]), eine der festen Mitarbeiterinnen der Sommeruniversität, in der Mittagspause auf mich zu und sagte: “Marcus, der lokale Radiosender sucht einen ausländischen Studenten der Sommeruniversität für ein Interview. Würdest du das machen?”
Ich war erst mal total perplex und erbat mir etwas Bedenkzeit – doch je mehr ich während des Unterrichts darüber nachdachte, desto klarer wurde: “Ich machs!” :-)
Hallo? Wann bekommt man schon mal die Chance, ein Interview zu geben? (Ok, Martin mal ausgenommen ^^) Und auch noch auf Ungarisch?
Also, gesagt, getan: Nach dem Unterricht sagte ich Kulcsi Bescheid, dass sie mich für das Interview einplanen könne. Also hatte ich ab jetzt einen Termin: Dienstag in der zweiten Woche sollte ich um 18:30 in den Sender kommen. Einer der Studenten (wie sich später rausstellte Ádám) sollte mich dort hin begleiten.

Ádám
Der Tag: Wir machten uns also am Dienstag um kurz nach sechs auf den Weg zum Radiosender, der (praktischerweise) direkt gegenüber des Uni-Hauptgebäudes gelegen war. Da wir dem Anlass entsprechend großzügig mit unserer Zeit geplant hatten, kamen wir schon Viertel nach sechs dort an und wurden zu meinem Erschrecken gleich ins Studio geführt: “Nach dem nächsten Song gehen wir on air.”

Enttuschtes Smiley

Aber zum Glück war der Moderator Szabó Laci super nett und bereitete mich gleich ein bisschen auf unser “on air”-Gespräch vor, indem er mir ähnliche Fragen stellte, wie ich sie dann auch während unseres live Gespräches beantworten musste. Das einzige Problem war, dass er die Fragen on air zieeeeemilch kompliziert stellte, so dass ich ihn bei manchen Fragen mit großen Augen anschaute woraufhin er schnell weitersprach, um die Frage noch etwas zu erläutern. ^^
Im Nachhinein sagte mir Ádám auch, dass ich auf eine der Fragen einfach mit einer anderen Antwort geantwortet hätte, als eigentlich gefragt worden war. Aber ihr könnt euch ja selbst ein Bild machen, denn das Interview könnt ihr hier nachhören: Smiley mit geffnetem Mund
Originallink zur Seite des Radiosenders: http://www.frissradio.hu/mediatar/#playDiv_1202 - "Véget ért a Nyári Egyetem"

Und hier des Komforts wegen als eingebettetes Video:


(wenn ich später etwas Zeit habe, werde ich mal versuchen, deutsche Untertitel dafür zu schreiben Zwinkerndes Smiley
Unglaublich, dass das Interview nur fünf Minuten lang ist - mir kam es vor wie eine halbe Stunde...)

EDIT: Die Untertitel sind fertig und können beim Video auf YouTube ausgewählt werden. (Alternativ kann das Video auch hier mit Untertiteln angeschaut werden. Smiley)

Natürlich war ich nach dem überstandenen Interview stolz wie Oskar, als ich zurück zu den anderen zum folkór est Nr. 2 kam – geil, ein Interview auf Ungarisch überstanden, das ziemlich gut lief – wirklich ein unglaubliches Gefühl. Smiley mit geffnetem Mund

Poser...

Die Werksführung

Nachdem ich ja schließlich mit einem Stipendium der FAG Magyarország Ipari Kft. in Debrecen war, ließ sich die Firma nicht nehmen, mich auch ins Werk einzuladen. Das geschah erst mal ganz cool mittels Termineinladung per E-Mail gleich in der ersten Woche mit den Worten:
Sehr geehrte Herr Mangelsdorf, anbei schicke ich die Einladung für eine Vorstellung-Besprechung mit Herr Péter Szabó.
Ich natürlich erst mal so: cooooool, Vorstellungsgespräch mit dem Geschäftsführer! Smiley mit geffnetem Mund
Nach einigen Hindernissen bezüglich der Fahrt zum Termin (die Firma ist ziemlich weit außerhalb gelegen), wurde der Termin dann jedoch leider abgesagt – aber ich blieb hartnäckig und äußerte meinen Wunsch, die Firma kennenzulernen, noch mal gegenüber meinem Sommeruniversitätsansprechpartner András – und er schaffte es dann tatsächlich zu organisieren, dass ich am nächsten Donnerstag (nach unserem Abschlusstest) vom Chef der Sommeruniversität höchstpersönlich zu FAG gefahren wurde, dort dem Geschäftsführer die Hand schütteln durfte und eine ausführliche Werksführung (auf Ungarisch Smiley mit geffnetem Mund) bekam. Ich hatte zwar während meines Studiums schon an vielen Werksführungen teilgenommen, aber nur zu dritt bin ich wirklich noch nie durch ein Werk geführt worden. Smiley
Es war jedenfalls ein toller Ausflug und das Werk machte einen ziemlich interessanten Eindruck, sehr gut organisiert und mit (wenn ich mich richtig erinnere) 1500 Mitarbeitern auch nicht gerade klein. Einzig die Arbeitsbedingungen der einfachen Arbeiter, die im Sommer an den Maschinen teilweise bis zu 50°C ausgesetzt sind, gaben einem sehr zu denken.

Der Test

Vor der Werksführung galt es am Donnerstag allerdings noch, unsere Ungarischkenntnisse unter Beweis zu stellen. Nach der Mittagspause (also um 14:00) sollte der mit anderthalb Stunden veranschlagte Test stattfinden. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und nahmen jeweils in einem großen Saal in einem der oberen Geschosse des riesigen Uni-Hauptbaus Platz. Da die Tests natürlich auf das Niveau der jeweiligen Unterrichtsgruppe abgestimmt waren, wurden die Tests gruppenweise verteilt, was uns noch ein bisschen Zeit für gegenseitige Glückwünsche und “schön groß schreiben”-Anweisungen gab Smiley mit herausgestreckter Zunge
Nach erfolgter Verteilprozedur wurde es mucksmäuschenstill und die erste große Unterbrechung kam erst, als nach etwa 20 Minuten jemand schon seinen Test abgab – dem Anschein nach nicht leer, sondern vollständig ausgefüllt – RÄÄSCHBECKT! Smiley mit geffnetem Mund
Die meisten anderen brauchten zwischen 50 und 80 Minuten – und da reihte ich mich auch ungefähr ein. Noch schnell zwei mal Korrektur gelesen und dann mit einem sehr guten Gefühl abgegeben.
Das bestätigte sich dann auch am Abend, als mir eine der Lehrerinnen, die den Test korrigiert hatten, verriet, dass ich kiváló (hervorragend, also >90%) abgeschnitten hatte Smiley mit geffnetem Mund Smiley mit geffnetem Mund Smiley mit geffnetem Mund.
Insgesamt hatte ich es sogar auf 96% geschafft.

Jippiieee! :-)))

Die Abschiedsparty

Oder vielleicht sollte ich besser schreiben: Der Ball. Smiley
Die Abschiedsparty war ein wirklich festliches Event. Alle Sommerkursteilnehmer hatten ihre besten Klamotten rausgekramt und machten sich wirklich schick für den festlichen Anlass. Am Anfang des Abends gab es dann auch die obligatorische Rede (auf Ungarisch) sowie eine Gesangseinlage der Siegerin (?) von Ungarn sucht den Superstar (oder so). Der Zeitpunkt für das Konzert war allerdings etwas unglücklich gewählt, da die Dame ihre (mindestens fünf) Lieder vor dem Essen zum Besten gab – und wir hatten alle tierischen Kohldampf, sodass wir ihre Darbietung leider nicht sehr zu würdigen wussten. Tomaten/faule Eier/faule Babys hatten wir aber zum Glück keine dabei Zwinkerndes Smiley, doch die Vorräte an Wein, Bier und Sekt, die sich auf den Tischen befanden, litten ziemlich unter dieser Wartezeit Smiley mit geffnetem Mund
Nach dem Essen schickte sich die ganze Party zunächst etwas gemütlich an, da das Licht noch voll an war und nicht so richtig Tanzstimmung aufkommen wollte. Auf Initiative von Ádám hin wurde dann aber das Licht gedimmt, der DJ drehte lauter auf und schwupps – da war die Party! Smiley mit geffnetem Mund
Wir genossen natürlich unseren letzten Abend zusammen und tanzten, was das Zeug hielt! Ab halb zwölf spielte der DJ dann vor allem Lieder für die anwesenden Ungarn, was aber super war, da die alle mitsingen konnten und die Stimmung einfach super war! Smiley mit geffnetem Mund
Ich forderte währenddessen die Damen, von denen ich wusste, dass sie tanzen können zum Tanzen auf und die eine oder andere folgte meiner Einladung auch (mehrmals) – war richtig super!
Am meisten hat mich allerdings die Hauptlehrerin (sie war die 3 Stunden vormittags für uns zuständig) meines Kurses überrascht: Eszter tanzte mindestens bis 2:00 mit auf der Party und überstand viele der viel jüngeren Teilnehmer. Aber nun genug der Worte, ich lasse einfach die Bilder sprechen: Smiley

In diesem wunderschönen Gebäude fand die Feier statt
Auch von innen einzigartig!
Eszter!!! :D
Rocio (links hinten), Kristýna, ich, Luky und Elisabeth (rechts hinten)
Meine tschechischen Mädels :-)
(Kristýna und Barbora)
Showtime!!! :D
(Wang, Koichiro und Luky als Backgroundsänger)
Wang und ich
Keine weiteren Fotos!!!

Der Abschied

Natürlich folgte nach der Abschiedsparty (und ein paar Stunden Schlaf…) das, was wir alle gerne noch ein paar Wochen hinausgezögert hätten. Wir mussten unsere Koffer packen, durften ein letztes Mal das leckere Frühstück genießen, uns von Zoli (dem kompetenten Kaffeebereiter, der für uns jeden Morgen die Kaffeemaschine bediente und wartete) verabschieden, die Zimmer räumen und uns voneinander verabschieden.
Das Frühstück war dabei so früh (7:30 bis 8:30), dass ich ernsthaft überlegte, gleich am Anfang hinzugehen und mich danach wieder hinzulegen, bis wir die Zimmer räumen mussten (10:00). Smiley mit geffnetem Mund
Natürlich habe ich die Zeit dann einfach zum Koffer packen und Verabschieden genutzt, was sich beides als gar nicht so leicht herausstellte. Klar wusste ich, dass ich eine Peitsche (ihr erinnert euch Zwinkerndes Smiley), drei Paar kurze Hosen, Flip-Flops, ein "University of Debrecen"-T-Shirt und ein Sommeruniversitätsset (Tasse und T-Shirt) gekauft hatte, aber trotzdem war ich irgendwie überrascht, dass der Koffer so schwer zuging. Entsprechend schwer war er natürlich auch und ich war wieder einmal überglücklich, dass er über Rollen verfügte und dass ich mir für die Fahrt nach Budapest einen Platz in Donggus Auto gesichert hatte. Dadurch konnte ich an der Sommeruniversität ein- und direkt vor Tibis Haustür wieder aussteigen. Smiley

Aber zurück zum Abschied. :-(
Dieser gestaltete sich nämlich auch nicht so leicht. Dadurch, dass wir alle zum Packen in unseren Zimmern verschwunden waren, konnte ich mich von ein paar meiner neu gewonnen Freunde gar nicht richtig verabschieden, sondern musste mich mit nachträglichen Facebook-Nachrichten zufrieden geben. Aber der Kontakt besteht weiter und ich bin ja inzwischen nicht mehr sooo selten in Ungarn Zwinkerndes Smiley
Trotzdem war das natürlich ein ziemlich emotionaler Moment, vor allem für die Teilnehmer, die die ganzen vier Wochen über da waren. Sie hatten nämlich noch mehr Zeit, Debrecen vermissen zu lernen :-/

Aber natürlich bleiben uns allen die guten Erinnerungen, Bilder und der Fortschritt in unseren Ungarischkenntnissen erhalten. Ich war daher nicht der einzige, der sich fest vorgenommen hat, nächstes Jahr wieder vor Ort zu sein! Smiley mit geffnetem Mund
Wünscht mir also viel Glück bei den Bewerbungen für ein Stipendium!!!
Zur Not hab ich aber auch schon einen Plan B in der Hinterhand – sollte ich nicht als Teilnehmer nach Debrecen kommen können, gehe ich einfach als Mitarbeiter. Smiley mit geffnetem Mund Smiley mit geffnetem Mund Smiley mit geffnetem Mund

Danke euch allen fürs fleißige Lesen!
(Der nächste Post wird euch mitnehmen in eine Welt von vor hundert Jahren... – und auf eine hammermäßige Party! ^^)

Sonntag, 9. September 2012

Das Projekt

Eine Tatsache der ersten Woche habe ich noch vergessen. Die Organisation unseres freien Abends im Deep war nicht gaaanz optimal (niemand wusste so recht, wann wir uns wo treffen), was letztendlich auch der Grund dafür war, dass wir gelaufen und nicht wie geplant mit der letzten Straßenbahn gefahren sind. Deshalb entstand am Donnerstag nach der Quiznacht im konspirativen Gespräch mit Lilla und Charles ein grandioser Plan: am darauffolgenden Mittwoch wollten wir eine Party auf die Beine stellen. Lilla schwebte sofort eine Location vor: das roncs (aka die Roncsbár). Charles hingegen hob gleich die Latte etwas an: Was wäre, wenn wir einen Club mieteten, einen DJ organisierten und unser Event ordentlich bewerben würden? Das Ziel stand also – und der Hauptorganisator auch: ich.
Also freundete ich mich die nächsten Tage mit meiner neuen Verantwortung an und fragte gleich am Freitag den DJ, der unsere freitägliche Feierei so erfolgreich musikalisch unterstützt hatte, nach seiner Handynummer und ob er am Mittwoch etwas vorhatte. Hatte er nicht – strike! Also als nächstes auf die Suche nach einer Location.

Wie der Zufall so spielte (ihr könnt es hier nachlesen), endete unser Abend am Samstag im roncs. Also nahm ich die Möglichkeit wahr und fragte an der Theke, ob man den Laden mieten könne. „Ja, kann man, aber da musst du den Manager fragen. Dort raus, dann links die zweite Tür.“ Also machte ich mich auf den beschriebenen Weg, fragte zwischendrin noch mal einen Kellner, weil die Tür ziemlich versteckt war – da lief die ChefIN (im Ungarischen gibt es selten geschlechtliche Nomen, deshalb hatte ich Chauvinist einfach mit einem Kerl gerechnet…) auch schon an mir vorbei: „Bin gleich für dich da, warte einfach hier.“
Ich wartete also vor dem Büro der Geschäftsführerin auf mein Gespräch mit ihr und überlegte mir schon mal, was ich eigentlich wissen wollte. :-) Nach ein paar Minuten kam sie dann wieder um die Ecke gefegt und nahm mich mit ins Büro. Unser Gespräch verlief ungefähr so:

  • Hallo! Ich bin Marcus Mangelsdorf.
  • Hallo! Zsófi.
  • Ich bin Student an der Sommeruniversität und wir planen eine Party. Deshalb wollte ich fragen, ob man das roncs mieten kann und ob es am Mittwoch frei ist.
  • Mittwoch haben wir leider ein Konzert, das heißt ihr könnt es nicht mieten. Aber das Konzert wird echt toll, schau mal hier, die Band ist echt gut:
    (zeigt mir ein paar Lieder von Acoustic Gallery auf YouTube)
    Aber ich könnte euch einen Tisch reservieren. Wie viele seid ihr denn?
  • Ungefähr 100. (da war ich noch sehr optimistisch :D)
  • Also da könnte ich euch was freihalten, das kostet aber 3000 Forint Mindestverzehr pro Person. (ein Bier kostet etwa 350 Forint – da hätte sich ja jeder komplett abschießen müssten…)
  • (kurze Pause): Ok, das muss ich erst mit den anderen besprechen. Kann ich dir eine E-Mail schreiben?
  • Klar, hier ist meine Karte.
  • Danke, tschüss.
  • Tschüss.

Ziemlich stolz kam ich dann zurück zu den anderen, die sich schon ein bisschen Sorgen gemacht hatten, wo ich so lange bleibe (insgesamt hat die Aktion schon etwa ne Viertelstunde gedauert), und berichtete von meinem Gespräch. War wirklich ein geiles Gefühl, das überstanden zu haben. Zwar konnten wir das roncs nicht mieten, aber wir könnten ja trotzdem gemeinsam das Konzert besuchen…
Also fragte ich am nächsten Tag Laura, unsere designierte Designerin, ob sie sich vorstellen könnte, uns zu unterstützen – sie konnte und so waren wir zu viert im Orgateam der „Pre-Examen Party“ (Arbeitstitel ;-)). Denn es kam erschwerend hinzu, dass am Donnerstag nach der Party die Abschlussprüfungen anstanden und natürlich jeder schon im Vorfeld plante, zu lernen. ;-)

Am Montag traf ich mich dann nach dem Unterricht mit Laura zum Plakat-Happening – im Alpha és Omega kávézó (einer der Lokalitäten, in denen unsere Essensgutscheine galten) saßen wir also mit unseren zwei Laptops, googleten nach Bildern, aßen hamburger respektive szendvics (Sandwich :P) und entwickelten Ideen. Laura war natürlich schon super vorbereitet und hatte erste Vorschläge für den Namen der Party und die Gestaltung und so beschränkte sich mein Anteil auf „Ja, das sieht gut aus“ und „Hmm, das würde ich noch ein bisschen größer machen“ und so weiter.
Nach ca. zwei Stunden verließ ich Laura dann ganz chefmäßig, um mich dem abendlichen Freizeitprogramm (es war Filmabend: Kaméleon) zu widmen. Als ich dann kurz nach zehn zurück zu Laura kam, sah das Plakat komplett anders aus als unser erster Entwurf – und natürlich besser! Laura hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und so hatten wir nicht nur ein fertiges Plakat-PDF am Ende des Abends, sondern auch ein Logo für die zugehörige Facebook-Gruppe. Aber genug der Entstehungsgeschichte, hier die Ergebnisse:

Die schraffierte Version
(leider kommt das hier nicht so richtig raus, deshalb hier die Original-PDFs :-))

Die vollflächige Version.

Unser Facebook-Logo

Unsere Plakate hatten wir also – zumindest schon mal digital – am Dienstag hieß es deshalb in der Mittagspause: auf zum Copy Shop und Plakate ausdrucken!
Natürlich wollten wir die 220 Forint pro A3-Plakat nicht blind 20 mal ausgeben und machten deshalb erst mal einen Probedruck – der grottenschlecht aussah. Das lag aber nicht an unserem Plakat, sondern an der Tatsache, dass der Drucker dieses mit ein paar netten Farbverläufen und Flecken verzierte – hier konnten wir also definitiv nicht drucken. Also ab zur anderen Filiale und dort probegedruckt – vieeeeel besser! Aber was sehen wir da: das Logo könnte noch ein bisschen mittiger sein und um den Barcode gibt es ein komisches Artefakt im PDF, das im Layout-Programm nicht zu sehen ist. Und die Farbe der schraffierten Variante stimmt noch nicht mit der Vollflächenfarbe überein – da müssen wir nacharbeiten! Also packte Laura ihren Laptop aus und los gings – hier ein Muster neu erstellen, dort eine Grafik neu ausrichten, den Barcode mal probeweise unter die Streifen legen, jetzt nur noch den kleinen Rechtschreibfehler korrigieren…

Wenn zwei Perfektionisten  „g’schwind“ ein Plakat ausdrucken und aufhängen wollen…

Nach fünf Probedruckexemplaren in verschiedensten Varianten (wir hatten schon ein schlechtes Gewissen der Verkäuferin gegenüber, ständig USB-Stick dran, drucken, USB-Stick ab…) konnten wir endlich den “finalen Auftrag” durchgeben: Bitte acht mal dieses (mit Schraffur) und sieben mal das hier (gefüllt).

Tschakaa: Wir hatten unsere zwanzig Plakate zusammen und konnten uns ans Aufhängen machen – klar, dass die Mittagspause schneller rum war, als wir gedacht hätten – einstimmig beschlossen wir aber, dass unsere Mission jetzt wichtiger war. Also schnappten wir uns Lilla aus dem Büro der Sommeruniversität, heimsten dabei noch etwas Bewunderung für das gelungene Plakat ein, ließen uns mit Knetmasse und Klebestreifen ausstatten und machten uns auf den Weg.
Was für ein tolles Gefühl, unsere Plakate in den zwei gewollten und mindestens 4 ungewollten (quasi evolutionären) Varianten überall zu verteilen. Und wie schön sie an der Wand aussahen *schwärm*.
Danke Laura, danke Lilla – es war einfach großartig!!!
 
Der große Tag
Mittwoch machten wir noch fleißig mündlich last minute Werbung – ich hätte ja nicht erwartet, dass man die Plakate übersehen kann, aber ich glaube die meisten haben den Bezug zu unserem Kurs nicht so Richtig herstellen können :D – aber nichtsdestotrotz so langsam wussten alle Bescheid.
Als ich dann am Mittwoch um 20:20 am vereinbarten Treffpunkt ankam, war niemand da – “Na gut, die Bahn kommt ja erst in zehn Minuten”, dachte ich. Aber als wir kurz bevor die Bahn einfuhr immer noch nur zu dritt waren, machte Charles den Vorschlag, noch eine Bahn (10min) zu warten – das taten wir und es war eine gute Entscheidung. Nach und nach trafen immer mehr Leute ein und so fuhren wir letztendlich in etwa zu zehnt los in Richtung Stadtmitte. Im roncs angekommen suchten wir uns einen schönen Stehtisch, versorgten uns mit Getränken und plauderten. Nach und nach kamen dann auch noch weitere Kommilitonen, die auf eigene Faust hingefahren waren, sowie einige Lehrer/innen! :-)
Die ungarischen Hiwis mussten allerdings noch bis 21:00 arbeiten und trafen dementsprechend erst gegen halb zehn, zehn ein. Trotzdem: letztendlich waren wir schätzungsweise 30-40 Sommeruniversitätsteilnehmer, -organisatoren und -lehrer – ein unglaublich tolles Gefühl! :-D

Das Konzert hörten wir uns nur nebenbei etwas an, da die Musik doch ziemlich ruhig war (also definitiv nicht tanzbar), aber so war das ja auch geplant: ein gemütlicher Abend zusammen vor dem stressigen Prüfungstag. Das war auch der Grund, weshalb die meisten Studenten die letzte Bahn nahmen und deshalb schon gegen elf gehen mussten. Der harte Kern aus Lehrern, Orga-Studenten – und mir – blieb natürlich noch “ein bisschen”, also bis etwa 2:00 Zwinkerndes Smiley
Dann joggte ich nachhause, da ich dann doch etwas müde war und einfach nur schnell ins Bett wollte Smiley mit herausgestreckter Zunge - unterwegs jagte ich dadurch Dóri und Vica noch einen riesigen Schrecken ein, weil sie mich offensichtlich nicht kommen gehört hatten und dann von meinem Windrausch total überrascht wurden. Smiley mit geffnetem Mund

War wieder ein erinnerungswürdiger Abend – Danke an Laura, Lilla und Charles für die tatkräftige Unterstützung und die vielen tollen Gespräche im Vorfeld!!!