Freitag, 28. Oktober 2011

Nachtrag zur Wohnung

Gerade fällt mir auf (weil es morgen wieder so weit ist :-), dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass meine Wohnung wöchentlich Besuch von einer Putzfrau bekommt. *g*
Das heißt, dass ich nicht saugen und wischen muss, meine Handtücher gewechselt werden und auch regelmäßig mein Bett neu bezogen wird.

Auf jeden Fall gefällts mir hier ;-)

(Auch wenn nach einer sehr stressigen Arbeitswoche meine Küche schon mal so aussieht:)
27.10.2011 - 22:14

Abschließend noch ein Bild von besagter Nacht-und-Flex-Aktion der Fotokünstler:


P.S.: So sah die Wohnung dann am nächsten Morgen aus ;-)
28.10.2011 - 6:32

Montag, 24. Oktober 2011

Meine Wohnung in Kecskemét

Jetzt habe ich zwar leider wieder nicht viel Zeit aber immer hin kann ich mal ein bisschen was zur Wohnung schreiben:

Ich wohne etwas außerhalb von Kecskemét (die gängigste Beschreibung hier ist immer "beim Auchan" - Auchan ist ein (riesen)großer Supermarkt, in dem man vom Fernseher über die Unterwäsche bis zur Kolbász alles bekommt) in einer Art Konferenzzentrum / Professorenwohnheim. Außerhalb bedeutet so viel wie, dass es eine Buslinie gibt, die ca. 20min bis ins Zentrum braucht (die Haltestelle liegt aber wirklich vor der Haustür :)) und von ungefähr 5:30 bis 22:30 verkehrt. Das ist jetzt nicht gerade die beste Verkehrsanbindung aber das Taxi hier "raus" kostet ja auch gerade mal knapp 7€. :-)
Das Gebäude, in dem ich wohne, ist das neueste von 3 direkt nebeneinander stehenden Häusern, die alle innerhalb der letzten paar Jahre komplett saniert wurden. In den zwei anderen Häusern finden sich klassische Studentenwohnheime mit 3er-Zimmern, während es in unserem Haus neben der Wohnetage noch zwei Bürostockwerke, verschiedene Konferenzräume, eine Pizzeria, eine Bowlingbahn, einen kleinen Pool und zwei Saunen gibt. :-DDD
Ihr seht schon, ich habe eine akzeptable Bleibe gefunden *gg*

Wie ihr unten auf den Bildern sehen könnt, gewinnt die Umgebung hier keine Schönheitspreise, da das ganze Gelände ehemals eine sowjetische Barackenanlage war. Deshalb hat die "Vermieterin" den Blick aus dem Fenster auch gleich mit: "Es ist vielleicht keine schöne Aussicht aber es wäre großartig für Paintball." kommentiert. ^^)
Das Lustige ist, dass es hier wohl einige Kunst/Fotografie-Studenten zu geben scheint, die ab und zu einfach mal ein Model ins tiefe Gras laufen lassen und vorm Sonnenuntergang mit Ruinendeko fotografieren (vor 2 Wochen) oder sich nachts mit Notstromaggregat und Flex bewaffnet an den hier rumstehenden Stahlbauten zu schaffen machen (gestern).
Natürlich hat die Anwesenheit so vieler Studenten auch einen riesigen Vorteil: jeden Mittwoch gibt es eine Studentenparty im "hangar" - einer ehemaligen Garagenanlage, aus der alle Zwischenwände entfernt wurden und die echt eine super Partylocation abgibt. Außerdem sind dort (und auch im sonst abends geöffneten Studentenpub) die Preise echt unschlagbar - ein normales 0,5l-Bier kostet dort 260Ft, also beim jetzigen Kurs rund 86 Cent ^^. Eigentlich sollte man also jeden Donnerstag frei nehmen und die Nacht durch tanzen. Da das aber leider nicht geht (und ich morgen (27.10.)) zum Beispiel schon um 5:15 abgeholt werde, beende ich für heute auch mal die Schreibarbeit - falls ihr noch Fragen zur Wohnung habt, benutzt einfach die Kommentarfunktion :-)

Gute Nacht!

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ungarische Gastfreundschaft, die 2.


Erstaunlich frisch bin ich morgens bei Tibi aufgewacht (er musste schon früher gehen, so dass ich den Schlüssel bei der Nachbarin (Mitzák-néni) abgeben musste - ich glaube diese Nénis gehören zur Grundausstattung jeder ungarischen Hausgemeinschaft :D).
Dann konnte ich mich mit meinem Koffermonstrum auf den Weg zum Bahnhof machen, wobei ich allerdings gleich schon mal in Konflikt mit dem ungarischen Gesetz kam - ich musste schwarz fahren, weil der Ticketautomat (natürlich) kaputt war und ich ja meinen Zug erwischen wollte.
Manchmal muss man eben Opfer bringen... :)

Am Bahnhof angekommen, habe ich dann meinen Betrug gleich wieder ausgeglichen, indem ich einfach eine teurere Fahrkarte als nötig gewesen wäre gekauft habe. (Natürlich vollkommen absichtlich...)
Wer schon mal mit dem Zug in Budapest an einem Bahnhof angekommen ist, weiß, dass man beim Aussteigen von mindestens 5-10 Leuten gefragt wird: "Taxi?" - neu war jetzt, dass diese Taximafia auch beim Einsteigen in den Zug aktiv geworden ist - ein interessantes Konzept: ich stelle mich an ein Gleis, auf dem ein Zug innerhalb der nächsten 15min abfahren wird und frage die einsteigenden Leute, ob sie nicht doch lieber mit dem (wahrscheinlich viel bequemeren) Taxi fahren wollen. ^^ - Ok, zur Verteidigung des Taxi-Mannes muss ich sagen, dass ich ihn wahrscheinlich schon etwas verwirrt habe, da ich erst in den Zug eingestiegen bin, dann wieder ausgestiegen und dann wieder eingestiegen. Das lag allerdings einfach nur daran, dass es absolut unmöglich war, mein ganzes Gepäck mit nur einem Anlauf in den Zug zu bekommen. :)
Dann habe ich dank dem netten Putzmann im Zug auch endlich das System der ungarischen Wagenklassen verstanden. Es ist nämlich nicht so einfach wie in Deutschland: eine 1. und eine 2. Klasse - fertig. In Ungarn gibt es einfach mal zwei 1. und 2. Klassen, nämlich jeweils im "Normalzug" und im "Intercity" - der Unterschied liegt (neben dem Preis) vor allem in der Klimaanlage, die man im Sommer dann schon seeeeehr zu schätzen lernt. Außerdem kostet eine Fahrt in den klimatisierten Intercityzügen immer noch mal 540Ft extra, da man zusätzlich zur Fahrkarte eine Platzkarte (helyjegy) kaufen muss.

So, jetzt genug der Aufklärungsarbeit und weiter mit meinen Erlebnissen:
Ein richtig klischeehaftes Sozialismusbild bot sich mir gleich kurz nach der Abfahrt in Budapest: dort standen vier Männer auf einem Waggon, auf dem Stahlträger gestapelt waren. Jeder dieser Männer hatte eine Kurbel in der Hand und alle kurbelten im Gleichtakt (überwacht von einem Fünften, der unten stand) einen weiteren Stahlträger auf den Waggon. Richtige Manpower eben.

In Kecskemét machte ich mich dann nach einer Menge Telefonate (für die ich dank verpasstem Bus und 55min Wartezeit eigentlich sehr dankbar war :)) auf den Weg zu Vikis Eltern. Ich bin heute noch dankbar, dass ich dabei mit einem ziemlich modernen Niederflurbus fahren durfte :)

Das Haus der Ferenczis (A Ferencziék háza)

Am wunderschönen Haus der Ferenczis angekommen, wurde ich gleich mal von Bolyti (boly heißt Knäuel...), dem Haushund, empfangen - ihr werdet unten sehen, woher er den Namen hat. Allgemein kann man sagen, dass in Katonatelep auf jedem Grundstück mindestens zwei (Wach-)Hunde leben. Wobei zumindest im Fall von Bolyti die Bewachungsfunktion ausschließlich aus bellen besteht - Bolyti weicht einem aus, wenn man auf ihn zugeht oder wird ruhig, sobald man ihn streichelt :)

Bolyti


Als nächstes empfing mit Joskabácsi, mit dem ich aber während meiner ganzen Zeit eigentlich nicht so viel gesprochen habe - er ist ein sehr fleißiger älterer Herr und macht bei Ferenczis immer den Abwasch (was jetzt nicht so viel klingt aber momentan bedeutet das, dass er das Abspülwasser immer von Hand zum nächsten Klo tragen muss, da der Abfluss an der Spüle gerade defekt ist - Respekt!). Dann kam auch schon Magdinéni und zeigte mir gleich mein schönes Zimmer und mein Bett und stellte die obligatorische Frage: "Éhes vagy?" (Hast du Hunger?) - natürlich war meine Antwort ja, weshalb ich gleich mit folgendem Menü verwöhnt wurde:

1. Gang: Suppe mit "Knusperkugeln" (ich werde noch rausfinden, was das war :D)
2. Gang: Nudeln mit hausgemachtem(!) Quark, etwas griebenähnlichem und saurer Sahne (tejföl)
- unglaublich lecker!
Danach befahl mir Magdinéni mich auszuruhen aber ich musste das erstmal ausschlagen, da ja unter den heutigen Anrufen an der Bushaltestelle auch der von Christian (einem Praktikantenkollegen bei Mercedes) war, der mir eine Wohnungsbesichtigung für heute Nachmittag vermittelt hatte. Also wieder auf zur Bushaltestelle (zu der man laut Néni-Rechnung 15min braucht - was dazu führte, dass ich ca. 12min auf den Bus warten musste *ggg*) und wieder rein in die Stadt, um anschließend mit dem nächsten Bus wieder (in die andere Richtung) aus der Stadt rauszufahren.
Da zeigt sich schon, dass meine Unterkunft etwas außerhalb der Stadt liegt aber dafür jeden Komfort bietet, den man sich vorstellen kann - dazu in einem späteren Post mehr. :)

Während meiner Zeit bei den Ferenczis kamen dann auch Viki und Attila noch zu Besuch, was die Kommunikation dann aufgrund von Attilas hervorragenden Deutschkenntnissen dann schon sehr vereinfachte. Außerdem konnte ich mit den beiden meine ersten zwei Ausflüge unternehmen, nämlich einerseits zu einem Schrottautorennen (roncs derby) und andererseits in den "Dschungel" (dzsungel). Aber seht selbst:


zuerst das Qualifying...
...und dann die Rennen (es gab mehrere Durchgänge)
Dazwischen immer wieder mal die Streckenaufbereitung
(mit dem Fahrzeug wäre ich persönlich am liebsten gefahren... :))
Dieser professionell gepimpte Lada war zu verkaufen
- ich konnte mich gerade noch zurückhalten... 

laut wars... :)


Und noch der schöne "Dschungel":

Viki und ich





Jetzt aber gute Nacht, morgen klingelt der Wecker schließlich um 4:00.

Samstag, 22. Oktober 2011

Anreise und erste Tage (oder ungarische Gastfreundschaft, die 1.)

So, wie versprochen hier jetzt der nicht mehr ganz taufrische Bericht über meine ersten Tage. :-) (natürlich habe ich - inzwischen Praktikumserfahren - mir gleich angewöhnt, meine Erfahrungen aufzuschreiben, auch wenn ich das ehrlich gesagt seit der Arbeitsaufnahme nicht mehr soooo regelmäßig mache)

Zugfahrt und der Abend in Budapest
Natürlich war der Abschied am Stuttgarter Bahnhof doch nicht so leicht wie gedacht aber Corinna war zum Glück für Janina da und ich hatte meinen Schlafmangel, so dass ich im Zug nach München erst mal den Schlaf der Nacht vorher nachgeholt habe :)
Das hat sich dann eigentlich auch im Railjet (österreichischer ICE-ähnlicher Zug) nicht geändert, so dass mich einmal sogar der ungarische Kontrolleur aufwecken musste (nicht zum letzten Mal seit ich hier bin :)). Im Zug war es wie immer bis Wien brechend voll - ich war seeeehr froh über meine Reservierung!
Schön war aber, dass in meiner Vierersitzgruppe 3 Weltenbummler saßen (1 Bayer, der in Österreich studiert, und 2 Brasilianerinnen auf Europa-Rundreise) und wir gute Gespräche über besichtigungswürdige Städte führen konnten.

Nach gefühlten drei Stunden Fahrt (tatsächlich waren es rund zehn) erwartete mich dann Tibi schon am keleti pályaudvar (Ostbahnhof) und wir liefen mit einem kleinen Umweg durch die tiermedizinische Uni (Tibis Arbeitsplatz) zu ihm nachhause. Mir fällt auf, dass ich noch gar nicht das exorbitante Gewicht meines Koffers erwähnt habe - allerdings hatte Tibi zum Glück sein Allzwecktransportwerkzeug dabei (= Fahrrad) und wir haben den Koffer tatsächlich quer auf den Gepäckträger geschnallt - sicher nicht StVO-gemäß, hat uns aber viel Arbeit erspart. Der Hammer war allerdings, dass Tibi meinen Koffer einfach mal locker in den zweiten Stock getragen hat -  még egyszer nagyon köszönöm, Tibi!

Ui, ich glaube, wenn ich so ausführlich weiter erzähle, wird der Post ungefähr 15 Seiten lang - ich versuche mal mich auf die wichtigsten Einzelheiten zu konzentrieren. :-)

Für den Abend hatte Tibi auch schon einen Plan: Táncház im Gödör - vorher hat er noch ein super Abendessen für mich gezaubert ("Ich geh mal kurz einkaufen" :D) und mich natürlich auch ordentlich abgefüllt:
zwei Gläser Tokaji, ein Glas házi pálinka (hausgebrannter Palinka), eine kis fröccs (kleine Weißweinschorle), ein Bier und ein Cuba Libre haben sich über den Abend angesammelt. :)
Das táncház (ungarischer Volkstanzabend) war genial und ich hab bei mindestens 5 Kreistänzen (körtánc) und zwei Paartänzen (pártánc) mitgemacht.
(Außerdem hatte Tibis Gepäckträger noch mal einen Einsatz, diesmal war das Transportgut allerdings ich :D)

unser Abendbrottisch

Tibis gemütliche Computerecke - hier konnte ich gleich am ersten Tag schon mit Janina skypen :)

mein Chauffeur (sofőr)  - ja, während der Fahrt :)

Paartanz im Gödör (der erste Teil des Abends fand draußen statt - sehr schön!!)

Tibis nette Mitbewohner (drei Bartagamen) :)
Soo, da jetzt meine Schreibzeit für heute leider ausgeht (ich muss den letzten Bus in die Stadt erwischen :)), werde ich meine Reise nach Kecskemét und die Zeit mit Familie Ferenczi morgen niederschreiben.

(Vielleicht gibt's dann dazwischen auch schon wieder ein paar schöne Bilder aus der Disco - heute geht's wieder ins MB'1 - auf den Fotos vom 08.10.11 bin ich auch das ein oder andere Mal zu finden ;))

Partystadt Kecskemét

Heute war einmal mehr ein gelungener Party-Abend!
Selbst in so einer kleinen Stadt steppt hier ziemlich der Bär :D

Diesmal war es mein erster Besuch im Da Vinci (Eintritt: 800Ft, Garderobe: 100Ft) und natürlich sind wir wieder einigen bekannten Gesichtern aus dem Werk begegnet.

Hier noch zwei Eindrücke und das Versprechen, dass morgen nachher endlich auch mal die ersten 3 Wochen abgetippt werden. :-P

Gute Nacht!
Marcus




P.S.: Heute habe ich mir mal ein Taxi aus der Innenstadt zu meinem Wohnheim geleistet: sage und schreibe 2000Ft (inklusive Trinkgeld) musste ich löhnen - laut Google sind das aktuell 6,70368501€ :D

eins der typischen Zebra-Taxis :)