Also freundete ich mich die nächsten Tage mit meiner neuen Verantwortung an und fragte gleich am Freitag den DJ, der unsere freitägliche Feierei so erfolgreich musikalisch unterstützt hatte, nach seiner Handynummer und ob er am Mittwoch etwas vorhatte. Hatte er nicht – strike! Also als nächstes auf die Suche nach einer Location.
Wie der Zufall so spielte (ihr könnt es hier nachlesen), endete unser Abend am Samstag im roncs. Also nahm ich die Möglichkeit wahr und fragte an der Theke, ob man den Laden mieten könne. „Ja, kann man, aber da musst du den Manager fragen. Dort raus, dann links die zweite Tür.“ Also machte ich mich auf den beschriebenen Weg, fragte zwischendrin noch mal einen Kellner, weil die Tür ziemlich versteckt war – da lief die ChefIN (im Ungarischen gibt es selten geschlechtliche Nomen, deshalb hatte ich Chauvinist einfach mit einem Kerl gerechnet…) auch schon an mir vorbei: „Bin gleich für dich da, warte einfach hier.“
Ich wartete also vor dem Büro der Geschäftsführerin auf mein Gespräch mit ihr und überlegte mir schon mal, was ich eigentlich wissen wollte. :-) Nach ein paar Minuten kam sie dann wieder um die Ecke gefegt und nahm mich mit ins Büro. Unser Gespräch verlief ungefähr so:
- Hallo! Ich bin Marcus Mangelsdorf.
- Hallo! Zsófi.
- Ich bin Student an der Sommeruniversität und wir planen eine Party. Deshalb wollte ich fragen, ob man das roncs mieten kann und ob es am Mittwoch frei ist.
- Mittwoch haben wir leider ein Konzert, das heißt ihr könnt es nicht mieten. Aber das Konzert wird echt toll, schau mal hier, die Band ist echt gut:
(zeigt mir ein paar Lieder von Acoustic Gallery auf YouTube)
Aber ich könnte euch einen Tisch reservieren. Wie viele seid ihr denn? - Ungefähr 100. (da war ich noch sehr optimistisch :D)
- Also da könnte ich euch was freihalten, das kostet aber 3000 Forint Mindestverzehr pro Person. (ein Bier kostet etwa 350 Forint – da hätte sich ja jeder komplett abschießen müssten…)
- (kurze Pause): Ok, das muss ich erst mit den anderen besprechen. Kann ich dir eine E-Mail schreiben?
- Klar, hier ist meine Karte.
- Danke, tschüss.
- Tschüss.
Ziemlich stolz kam ich dann zurück zu den anderen, die sich schon ein bisschen Sorgen gemacht hatten, wo ich so lange bleibe (insgesamt hat die Aktion schon etwa ne Viertelstunde gedauert), und berichtete von meinem Gespräch. War wirklich ein geiles Gefühl, das überstanden zu haben. Zwar konnten wir das roncs nicht mieten, aber wir könnten ja trotzdem gemeinsam das Konzert besuchen…
Also fragte ich am nächsten Tag Laura, unsere designierte Designerin, ob sie sich vorstellen könnte, uns zu unterstützen – sie konnte und so waren wir zu viert im Orgateam der „Pre-Examen Party“ (Arbeitstitel ;-)). Denn es kam erschwerend hinzu, dass am Donnerstag nach der Party die Abschlussprüfungen anstanden und natürlich jeder schon im Vorfeld plante, zu lernen. ;-)
Am Montag traf ich mich dann nach dem Unterricht mit Laura zum Plakat-Happening – im Alpha és Omega kávézó (einer der Lokalitäten, in denen unsere Essensgutscheine galten) saßen wir also mit unseren zwei Laptops, googleten nach Bildern, aßen hamburger respektive szendvics (Sandwich :P) und entwickelten Ideen. Laura war natürlich schon super vorbereitet und hatte erste Vorschläge für den Namen der Party und die Gestaltung und so beschränkte sich mein Anteil auf „Ja, das sieht gut aus“ und „Hmm, das würde ich noch ein bisschen größer machen“ und so weiter.
Nach ca. zwei Stunden verließ ich Laura dann ganz chefmäßig, um mich dem abendlichen Freizeitprogramm (es war Filmabend: Kaméleon) zu widmen. Als ich dann kurz nach zehn zurück zu Laura kam, sah das Plakat komplett anders aus als unser erster Entwurf – und natürlich besser! Laura hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und so hatten wir nicht nur ein fertiges Plakat-PDF am Ende des Abends, sondern auch ein Logo für die zugehörige Facebook-Gruppe. Aber genug der Entstehungsgeschichte, hier die Ergebnisse:
![]() |
| Die schraffierte Version (leider kommt das hier nicht so richtig raus, deshalb hier die Original-PDFs :-)) |
![]() |
| Die vollflächige Version. |
![]() |
| Unser Facebook-Logo |
Unsere Plakate hatten wir also – zumindest schon mal digital – am Dienstag hieß es deshalb in der Mittagspause: auf zum Copy Shop und Plakate ausdrucken!
Natürlich wollten wir die 220 Forint pro A3-Plakat nicht blind 20 mal ausgeben und machten deshalb erst mal einen Probedruck – der grottenschlecht aussah. Das lag aber nicht an unserem Plakat, sondern an der Tatsache, dass der Drucker dieses mit ein paar netten Farbverläufen und Flecken verzierte – hier konnten wir also definitiv nicht drucken. Also ab zur anderen Filiale und dort probegedruckt – vieeeeel besser! Aber was sehen wir da: das Logo könnte noch ein bisschen mittiger sein und um den Barcode gibt es ein komisches Artefakt im PDF, das im Layout-Programm nicht zu sehen ist. Und die Farbe der schraffierten Variante stimmt noch nicht mit der Vollflächenfarbe überein – da müssen wir nacharbeiten! Also packte Laura ihren Laptop aus und los gings – hier ein Muster neu erstellen, dort eine Grafik neu ausrichten, den Barcode mal probeweise unter die Streifen legen, jetzt nur noch den kleinen Rechtschreibfehler korrigieren…
Wenn zwei Perfektionisten „g’schwind“ ein Plakat ausdrucken und aufhängen wollen…
Nach fünf Probedruckexemplaren in verschiedensten Varianten (wir hatten schon ein schlechtes Gewissen der Verkäuferin gegenüber, ständig USB-Stick dran, drucken, USB-Stick ab…) konnten wir endlich den “finalen Auftrag” durchgeben: Bitte acht mal dieses (mit Schraffur) und sieben mal das hier (gefüllt).
Tschakaa: Wir hatten unsere zwanzig Plakate zusammen und konnten uns ans Aufhängen machen – klar, dass die Mittagspause schneller rum war, als wir gedacht hätten – einstimmig beschlossen wir aber, dass unsere Mission jetzt wichtiger war. Also schnappten wir uns Lilla aus dem Büro der Sommeruniversität, heimsten dabei noch etwas Bewunderung für das gelungene Plakat ein, ließen uns mit Knetmasse und Klebestreifen ausstatten und machten uns auf den Weg.
Was für ein tolles Gefühl, unsere Plakate in den zwei gewollten und mindestens 4 ungewollten (quasi evolutionären) Varianten überall zu verteilen. Und wie schön sie an der Wand aussahen *schwärm*.
Danke Laura, danke Lilla – es war einfach großartig!!!
Der große Tag
Mittwoch machten wir noch fleißig mündlich last minute Werbung – ich hätte ja nicht erwartet, dass man die Plakate übersehen kann, aber ich glaube die meisten haben den Bezug zu unserem Kurs nicht so Richtig herstellen können :D – aber nichtsdestotrotz so langsam wussten alle Bescheid.
Als ich dann am Mittwoch um 20:20 am vereinbarten Treffpunkt ankam, war niemand da – “Na gut, die Bahn kommt ja erst in zehn Minuten”, dachte ich. Aber als wir kurz bevor die Bahn einfuhr immer noch nur zu dritt waren, machte Charles den Vorschlag, noch eine Bahn (10min) zu warten – das taten wir und es war eine gute Entscheidung. Nach und nach trafen immer mehr Leute ein und so fuhren wir letztendlich in etwa zu zehnt los in Richtung Stadtmitte. Im roncs angekommen suchten wir uns einen schönen Stehtisch, versorgten uns mit Getränken und plauderten. Nach und nach kamen dann auch noch weitere Kommilitonen, die auf eigene Faust hingefahren waren, sowie einige Lehrer/innen! :-)
Die ungarischen Hiwis mussten allerdings noch bis 21:00 arbeiten und trafen dementsprechend erst gegen halb zehn, zehn ein. Trotzdem: letztendlich waren wir schätzungsweise 30-40 Sommeruniversitätsteilnehmer, -organisatoren und -lehrer – ein unglaublich tolles Gefühl! :-D
Das Konzert hörten wir uns nur nebenbei etwas an, da die Musik doch ziemlich ruhig war (also definitiv nicht tanzbar), aber so war das ja auch geplant: ein gemütlicher Abend zusammen vor dem stressigen Prüfungstag. Das war auch der Grund, weshalb die meisten Studenten die letzte Bahn nahmen und deshalb schon gegen elf gehen mussten. Der harte Kern aus Lehrern, Orga-Studenten – und mir – blieb natürlich noch “ein bisschen”, also bis etwa 2:00
Dann joggte ich nachhause, da ich dann doch etwas müde war und einfach nur schnell ins Bett wollte
War wieder ein erinnerungswürdiger Abend – Danke an Laura, Lilla und Charles für die tatkräftige Unterstützung und die vielen tollen Gespräche im Vorfeld!!!















