Dienstag, 28. August 2012

Hortobágy, Roncs és pihenés

Am ersten Samstag stand unser Ausflug in die Flachebene von Hortobágy an. Morgens informierten wir uns natürlich alle erstmal über das zu erwartende Wetter und waren überrascht, als die Möglichkeit im Raum stand, dass es regnen könnte. Also packten die meisten von uns tatsächlich ihre Regenschirme ein, was - wie sich später herausstellte - auch sehr von Vorteil war.
Also trafen wir uns nach dem Frühstück (was für die Party am Vorabend viiiiiiel zu früh angeboten wurde) wie vereinbart bei den Bussen – like a boss saßen Kristýna, Barbora, Peter, Mihkel und ich in der letzten Reihe. Die Hinfahrt verbrachten wir mit hochtrabenden Konversationen über die Vor- und Nachteile nichtwechselbarer Notebook-Akkus sowie der Apple-Geschäftsstrategie. Natürlich musste ich außerdem noch meiner frisch erworbenen Sucht fröhnen: das Lied, das ich am Abend vorher in der Galéria aufgeschnappt hatte und jetzt in der Endlosschleife anhören musste (One Day/Reckoning Song (Wankelmut Remix)). Die Fahrt verging also ziemlich schnell!
Ziemlich genau um 12:00 erreichten wir auch schon unser erstes Ziel: eine Csárda mitten im Nirgendwo (Hortobágy? :D ), wo wir erst mal ordentlich zu Mittag aßen. Es gab gulyás leves kenyérrel (Gulaschsuppe mit Brot) und zum Nachtisch túrós és almás rétes (Quark- und Apfelstrudel). Beides war ausgesprochen lecker, wobei ich die Gulaschsuppe beim besten Willen nicht aufessen konnte, da mir bei gefühlten 40°C im strahlenden Sonnenschein der Sinn nicht unbedingt nach etwas wohlig wärmendem stand. Da kommen jetzt auch unsere „Regen“schirme ins Spiel. Nachdem vorher schon zu drastischen Maßnahmen gegriffen wurde, um die Sonneneinstrahlung zu verringern:

Gabriella mit Hut

Hatte irgendjemand am Tisch die zündende Idee, unsere Schirme auszupacken – das war natürlich ich ^^
Also saßen wir dann dort im Halbschatten unserer zu Sonnenschirmen umfunktionierten Regenabweiser und erfreuten uns an Strudel und literweise Wasser. Da es leider weder Eis, noch Eiskaffee, noch Eiswürfel, noch sonst etwas Kühlendes im Restaurant gab (wir haben wirklich nach allem gefragt), blieb uns keine andere Wahl, als uns zu bewegen, um zumindest etwas „Fahrtwind“ abzubekommen.



Leeeet the sun shine... *sing*

Nach dieser Stärkung und einem ersten Eindruck der scheinbar unendlichen Flachheit der Puszta, fuhren wir weiter zu unserem nächsten Ziel: den drei Museen mit angeschlossenem Handwerkermarkt in Hortobágy selbst. Da ich nichts von Bildern von Bildern halte, gibt es aus den Museen keine Bilder – es war aber ziemlich interessant und auch vokabelergiebig: szürke marha (für die Region typisches Graurind), racka juh (sprich: [ratzka juh] = Zackelschaf, Bild siehe unten) und csikós (Pferdehirte) werde ich wohl nicht so schnell vergessen. :-)
Besonders genial fand ich einen Brautwerbebrauch der Pusztabewohner. Jeder csikós besaß einen reich geschmückten, dicken Mantel (Zwischenfrage: WOZU??? Anscheinend haben die den auch im Sommer (ihr erinnert euch: 40°C!!!) getragen...), den er nach einem Besuch bei der Angebeteten in deren Haus „vergessen“ hat. Am nächsten Morgen konnten zwei Dinge geschehen: Entweder der Mantel hing draußen, was so viel hieß wie: diesmal leider Pech gehabt oder der Mantel blieb im Haus, was ungefähr gleichbedeutend war mit: Könntest du jetzt endlich mal um meine Hand anhalten?
Praktisch! :-)



Csikós-Mantel

Einen Traum hab ich mir dann auch noch erfüllt, wo ich schon mal da war: ich habe mir eine ungarische Hirtenpeitsche gekauft! :D
Irgendwo gibt es auch Bilder, wie ich gerade übe – noch habe ich die Person, die mich fotografiert hat, aber noch nicht ausfindig gemacht. Bilder folgen also ;-)
Hier ein Bild beim Üben, leider nicht optimal ;-)


Da hatte ich sichtlich noch Übung nötig!

So, nachdem wir dann alle Pflichtmuseen und den obligatorischen oriás palacsinta (Riesenpalatschinken) mit Apfelfüllung abgehakt hatten, setzten wir unsere Reise fort und kamen nach kurzer Fahrt bei einer Pferdezucht an. Dort verteilten wir uns auf sieben Pferdewagen und fuhren raus aufs Feld – in welche Richtung? Ich weiß es nicht – ohne Berge in der Umgebung kam es mir vor, als wären wir immer ungefähr geradeaus gefahren, oder zumindest nicht – was der Wahrheit entsprach – einen Kreis, denn wir kamen wieder da an, wo wir losgefahren sind – die Wege in der Puszta sind unergründlich…
Aber zum wichtigen Teil: der Fahrt selbst: Die war richtig gut gemacht und unser Fahrer war sehr freundlich (vor allem natürlich zu unseren gutaussehenden Mädels Elisabeth, Christelle und Rocio), lehnte aber unseren  Pálinka ab – dabei dachte ich, Kutschfahrer haben kein Promillelimit in Ungarn? *g*
Wir hielten auf unserer Fahrt immer wieder an unterschiedlichen Stellen an und unser Guide erzählte uns auf Englisch ein paar Fakten zu den Tieren – z. B. dass das ausgewachsene szürke marha im Schnitt 800kg auf die Waage bringt und die Tiere, die wir zu Gesicht bekamen ökrék (Ochsen) waren. Diese wurden (wie unten auch zu sehen) für Ackerarbeiten eingesetzt und dabei bis zu acht Tiere vor einen Waagen/Pflug gespannt. Auch extrem interessant ist, dass die Steuerung der szürke marha-Waagen wireless funktionierte und noch immer funktioniert. Die Tiere lernen Kommandos für links, rechts und geradeaus und laufen dann auf Zuruf in die gewünschte Richtung. Wir haben allerdings nicht ausprobiert, was passiert, wenn wir die Kommandos einfach mal den freilaufenden Tieren zurufen – das war vielleicht auch gut so. Die Reiseführerin hat so schon gesagt: „An dieser Station möchten wir Sie bitten, den Waagen nicht zu verlassen, da wir sonst nicht für Ihre Sicherheit garantieren können.“ Und so wie meine zwei Kollegen hier schauen (nachdem sie langsam immer näher gekommen waren), hatte sie vollkommen Recht.



Stress?

Außerdem kamen wir noch in den Genuss einer abgefahrenen Reitshow (die Pferde haben sich hingelegt und hingesetzt!), in deren Anschluss wir auch noch selber eine Runde auf den Pferden drehen durften. Aber am besten lasse ich jetzt einfach die Bilder sprechen.


Blick vom Pferdewagen
Pferdeshow
Szürke marha bei der "Arbeit" (hier natürlich nur Show)
Csikós-Lehrling :-)
Racka juh (nur in Groß sieht man die Hörner) und unser Guide beim Erklären

Im Anschluss hatten wir noch die Möglichkeit, uns die Zuchthengste (vornehmlich Nóniusz-Pferde) anzuschauen – ganz schön imposante Tiere.

Gegen 20:30 (glaube ich) erreichten wir dann nach einer chilligen (der Großteil schlief) Rückfahrt unseren Campus und die meisten gingen – so schien mir – dann gleich ins Bett. Jedenfalls trafen sich später nur sehr wenige noch in der Galéria und die Mädels hinter der Bar machten den Laden um Punkt 0:00h dicht. (Wie sie mir später erklärten, weil sie selber zusammen weggegangen sind :P)
Also waren wir letztendlich nur 5 tapfere party arcok, die noch in die Stadt weiterzogen: Márta, Diána, Patrick, Jean und ich. Interessanterweise gestaltete es sich für uns (allesamt keine Debrecener Eingeborenen) schwierig, ein ansprechendes Etablissement zu finden. So landeten wir schließlich im B2 (direkt neben dem Eingang zum Deep Club gegenüber der Stummelkirche in der Innenstadt), wo wir uns erstmal mit Getränken versorgten – zu lang hielt unser Glück dort allerdings auch nicht an, weil schon um 2:00 (gefühlt waren wir 1:40 angekommen…) dieser Laden ebenfalls die Tore schloss. Unglaublich, aber Samstagabend scheint alles kürzer offen zu haben als Mittwochabend ^^
Also begaben wir uns weiter auf die Suche, weil wir um diese Zeit noch nicht wirklich Lust hatten, nachhause zu gehen. Um die Geschichte (Umherirren Innenstadt, Idee Ibolya, Taxi zum Ibolya, Ibolya zu, Taxi zurück zur Innenstadt, Empfehlung des Taxifahrers: Roncs) kurz zu machen: Wir landeten in der Roncsbár – Debrecens (kleines) Äquivalent zu Szimpla, Instant und Co. in Budapest. Also eine richtig schöne romkocsma (in etwa „Ruinenkneipe“), in der man bei jedem Besuch etwas Neues entdecken konnte. Genialerweise erwischten wir auch noch ein Konzert von BeFree (oder B3), einer ungarischen Coverband, die zu zweit Songs wie „Party Rock Anthem“ und andere Kommerz-Electro-Songs live sangen und mit E-Gitarre und Drumcomputer begleiteten. Wenn ich die Möglichkeit habe, werde ich die definitiv noch mal aufsuchen – die Stimmung war nämlich trotz der nur ca. 20 Anwesenden (davon 5-7 auf der Tanzfläche) genial. (Im Nachhinein erscheint es mir völlig einleuchtend, dass nicht so viele Leute da waren – es war ja schließlich Samstagabend! ^^)
Nun aber einfach zu den Bildern der genialen Location. Ich habe hier auch ein paar von unserem zweiten Abend im Roncs dazugemischt, einfach damit ihr mal einen Eindruck bekommt, wie es da so aussieht. (Ein (schlechtes) Video von B3 habe ich auch noch gefunden, das möchte ich euch nicht vorenthalten! :-))


Bühne in der Roncsbár
Innenhof (weiter hinten hängt ein Flugzeug!!! :-))
Es gibt mindestens zwei Trabbis und einen Fiat 500, die so umgebaut
(zerschnitten) sind, dass man in ihnen (mit Tisch) sitzen kann (Bilder bei Facebook ;-))


Das leider viel zu kurze Video (ich musste dann ja tanzen! :))


Leider habe ich selbst ziemlich wenige Bilder gemacht, deshalb verweise ich euch für eine virtuelle Tour mal auf: www.roncsbar.hu :-)

Gegen halb vier machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zur Uni (die Jungs), respektive zur Wohnung (die Mädels) und beendeten unsere erste Feierwoche.

Am Sonntag haben wir uns dann wohlverdient einfach nur ausgeruht, Musik gehört und geschlafen.
(pihenés = Rast/Ruhe ;-))

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